Bildungswege in Baden-Württemberg

Quelle: Spektrum Schule. Bildungswege in Baden-Württemberg. Schuljahr 2008/2009, hrsg. vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden Württemberg, S. 2. In der Broschüre werden die verschiedenen Übergangsmöglichkeiten im Einzelnen erklärt.
Wichtig: In Baden-Württemberg erreichten 2007 24 Prozent der Schulabgänger das Abitur oder Fachabitur an allgemeinbildenden Schulen, also in der Regel auf dem Gymnasium. Fast genauso viele erlangten das (Fach-) Abitur über die beruflichen Schulen, so dass Baden-Württemberg im oberen Viertel der Bundesländer liegt, was die Quote der Schulabgänger mit (Fach-) Hochschulreife anbelangt.

Quelle: Schul-Bank 7/2009. Informationsdienst für Schule und Lehrer, hrsg. vom Bundesverband deutscher Banken, Berlin.
Geringe Mobilität und Aufstiegschancen im dreigliedrigen Schulsystem Baden-Württembergs
Während es also in Baden-Württemberg nach Erreichen des Haupt- oder Realschulabschlusses mehrere Wege gibt, einen höheren Schulabschluss zu erzielen, ist der Wechsel innerhalb des dreigliedrigen Schulsystem so selten wie in keinem anderen Bundesland. Es gibt dazu wenig Daten. Die PISA 2000-Ergebnisse geben Auskunft über 15-jährige, die innerhalb der Sekundarstufe I die Schulform gewechselt haben: 90,2 der Schüler in Baden-Württemberg wechselten die Schulform nicht (Deutschland: 85,6 Prozent). Knapp 3 Prozent stiegen auf (Deutschland: 3,2 Prozent) und knapp 7 Prozent stiegen ab (Deutschland: 11,2 Prozent). Während in Baden-Württemberg insgesamt 12 Prozent der Schüler aus dem Gymnasium abgestiegen sind (der zweitniedrigste Wert aller Bundesländer), waren dies in Bayern 21 Prozent (Höchstwert). Also scheinen die weiterführenden Schulen den nach der Grundschule vollzogenen Übergang hierzulande weitgehend zu zementieren. Insbesondere die geringe Aufstiegswahrscheinlichkeit lässt es verständlich erscheinen, wenn Eltern die bestmögliche Grundschulempfehlung anstreben. Wer sich für diese Materie näher interessiert, dem seien die beiden Studien "Selektivität und Durchlässigkeit im allgemein bildenden Schulsystem" (2004), der die zuvor genannten Zahlen entnommen sind (S. 81 f.), und "Soziale Ungleichheit in der allgemein bildenden Schule" (2007) empfohlen.